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Park- und Platzprobleme am Richteweg beschäftigen Ortsfeuerwehr Achmer

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Eine freie Fahrt für an- und abrückende Fahrzeuge ist unerlässlich für ein schnelles und sicheres Eintreffen am Einsatzort. Auch der Hof des Feuerwehrhauses muss selbstverständlich zu jeder Tageszeit komplett freigehalten werden. „Selbst das kurze Halten von PKW ist ein unnötiger Stressfaktor bei einer Alarmierung. Dies kann zu gefährlichen Situationen und Zeitverzug führen“, so Lüssenheide. Des Weiteren appellierte er in diesem Zusammenhang an die vorsichtige Anfahrt der eigenen Leute. Da die Sanitärräume des SC Achmer zwischen den Gebäudeteilen der Feuerwehr liegen, queren auch Fußgänger die Alarmwege.

Zusätzlich hat die Ortsfeuerwehr Achmer einfach zu wenig reservierte Parkplätze am Feuerwehrhaus. „Wer im Haltverbot steht, wird möglicherweise von einem Feuerwehrangehörigen zugeparkt, der unter Umständen erst Stunden später aus dem Einsatz zurückkehrt. Bußgelder werden seitens der Stadt Bramsche zwar verhängt, helfen dem Bürger in Not aber nicht in den wenigen Minuten der Alarmierungs- und Ausrückzeit seiner Feuerwehr“, so Lüssenheide weiter.

Ein weiteres Problem ist die bauliche Situation der Ortsfeuerwehr Achmer. Durch eine geplante Schaffung von Wohnraum in der ehemaligen Gemeindeverwaltung an der Schulstraße entfallen von der Feuerwehr genutzte Büro- und Lagerflächen im benachbarten Gebäude. Zusätzlich haben Fachleute die fehlende Schwarz-Weiss-Trennung im Feuerwehrhaus bemängelt Hinzu kommt, dass es bereits mehrere Beinaheunfälle und eine dokumentierte Verletzung gibt, die die Notwendigkeit unter mauern, das zukünftig Umkleiden und Fahrzeuge getrennt werden müssen. Gemeinsam haben Stadtverwaltung und Feuerwehrführung eine Vorschlagsliste erarbeitet. Im kommenden Haushalt werden vermutlich zunächst erst einmal 5.000 Euro an Planungskosten bereitgestellt.

Die Jahresrückblicke der einzelnen Führungskräfte gewährten insbesondere den Gästen einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Ortsfeuerwehr. Der stellvertretende Ortsbrandmeister Björn Mai erinnerte an die abwechslungsreichen Ausbildungsdienste, sportliche Aktivitäten, wie die Teilnahme einiger Mitglieder am „Firefighter Skyrun“ in Düsseldorf sowie über die zahlreichen Aus- und Fortbildungen auf Landkreis- und Landesebene. Nur so können die unterschiedlichen Aufgaben professionell bewältigt werden.

Der Einsatzalltag ließ die Achmeraner fast wöchentlich zu einem Unglücksfall ausrücken: hilfloses Reh im Mittellandkanal, ausgelöste Brandmeldeanlagen, hilfsbedürftige Menschen hinter verschlossenen Türen, Verkehrsunfälle, Sturmschäden, Schornsteinbrand, verunglückter Schulbus nach Schneefall und viele mehr. Zudem gab es einige Einsätze zur Unterstützung der benachbarten Feuerwehren. Die Feuerwehr Achmer unterstütze mit Atemschutzgeräteträgern bei einem Gebäudebrand im benachbarten Neuenkirchen/Br. sowie bei einem Wohnungsbrand in der Bramscher Fußgängerzone.

Teil der sogenannten „Technischen Einheit (TE) Bahn 2“ wurde das Löschfahrzeug Achmer zu einem tragischen Bahnunfall nach Rieste alarmiert. Für diesen Einsatz musste das Sommerfest der Kirchengemeinde verlassen werden, wo Wasserspiele für Kinder angeboten wurden. Durch die Spontanität freier Feuerwehrangehöriger und einem nicht geforderten Fahrzeug konnte dieser wesentlich angenehmere „Einsatz“ parallel bedient werden.

Jens Schwegmann, Gruppenführer der städtischen Umweltgruppe, berichtete von mehreren Gefahrguteinsätzen auf Stadt- und Landkreisebene, in den meisten Fällen waren Messgeräte des Gerätewagen Messtechnik gefordert, wie beispielsweise bei einen Großbrand in Bad Laer.

Im weiteren Verlauf der Versammlung konnten vier Feuerwehrangehörige vorgestellt werden, die sich als Feuerwehrmann-Anwärter im Probejahr befinden und 2018 die Truppmannausbildung starten wollen. Dieser Nachwuchs ist auch dringend notwendig, da Ende 2017 vier komplett ausgebildete Feuerwehrangehörige die Feuerwehr Achmer verließen, großteils durch Wohnortwechsel. Alle vier waren Atemschutzgeräteträger und Maschinist für Löschfahrzeuge. Dadurch entstand durchaus eine Lücke, die nicht innerhalb kürzester Zeit zu schließen ist und auch die Tagesverfügbarkeit weiter verschlechtert.

Nach bestandener Prüfung zum Truppmann und einem Probejahr konnten Christian Mai und Sascha Heise zu Feuerwehrmännern befördert werden. Ron David Hoffrichter wurde Oberfeuerwehrmann befördert.

Als sehr engagierter Gerätewart der Ortsfeuerwehr Achmer erhielt Daniel Küpker die Beförderung zum 1. Hauptfeuerwehrmann. Der Gruppenführer Sebastian Wippermann konnte aus den Händen des Stadtbrandmeisters Amin Schnieder die Urkunde zum Oberlöschmeister entgegennehmen, ebenso Björn Mai, nachdem er die notwendigen Lehrgänge absolvierte. Unterschrieben vom Innenminister Boris Pistorius wurden gleich sechs besondere Ehrungen vorgenommen. Marco Thal, Andree Larberg und Henning Stricker dienen der Feuerwehr seit über 25 Jahren. Das Ehrenzeichen für 40-jährige Verdienste erhielten Horst Schult, Rolf Herm-Stapelberg und Dieter Hackmann.

Text: Henning Stricker
Foto: Marco Berndzen

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